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Migration erstellen
Eine Migration verbindet genau ein Quellpostfach mit genau einem Zielpostfach. Sie wird einmal angelegt und kann danach manuell oder nach Zeitplan laufen.
Zwei Wege
- „Postfach prüfen und migrieren“ (empfohlen): Quelle verbinden, Ordner ansehen und auswählen, Ziel festlegen, starten. Drei Schritte mit Postfachvorschau.
- Assistent „Neue Migration“: acht Schritte — Tenant, Microsoft-Konto, Anmeldung, Zielserver, Postfächer, Prüfung, Speichern, Start. Sinnvoll, wenn Tenant, Konto oder Zielserver noch fehlen.
Beide Wege erzeugen denselben Datensatz; die Felder sind identisch.
Schritt 1: Quelle
| Quelltyp | Felder |
|---|---|
| Microsoft 365 | Tenant, Microsoft-Konto (UPN), optional abweichendes Quellpostfach |
| IMAP-Server | Quellserver, Benutzername, Passwort (falls kein Standardpasswort hinterlegt) |
Bei Microsoft 365 muss das Konto den Status connected haben. Ist eine erneute Anmeldung nötig, blockiert die Oberfläche den Start — siehe Microsoft 365. Bei IMAP-Quellen ohne hinterlegtes Standardpasswort wird das Passwort pro Migration verschlüsselt gespeichert.
Schritt 2: Verbindung und Vorschau
Die Anwendung verbindet sich mit der Quelle und liest die Ordnerliste ausschließlich lesend. Ergebnis: Ordnerbaum mit Nachrichtenzahlen, Gesamtzahl der Ordner und Nachrichten sowie ein Hinweis auf nicht lesbare Ordner. Details: Postfachvorschau.
Schlägt die Verbindung fehl, wird keine Migration angelegt. Ursache beheben (Anmeldedaten, TLS, IMAP am Postfach aktiv) und erneut versuchen.
Schritt 3: Ordnerauswahl
Zwei Modi, gespeichert an der Migration:
Alle Ordner synchronisieren (auch künftige)
imapsync überträgt alle vorhandenen Ordner. Legt der Benutzer später einen neuen Ordner an, wird dieser bei einem folgenden Lauf mit übertragen. Für laufende Synchronisationen ist das der passende Modus.
Nur die ausgewählten Ordner
Es werden genau die markierten Ordner übertragen. Technisch erhält imapsync je Ordner ein eigenes --folder <name>. Neue Ordner im Quellpostfach werden nicht automatisch übernommen; die Auswahl bleibt unverändert, bis die Migration bearbeitet wird.
Regeln:
- „Nur ausgewählte“ erfordert mindestens einen Ordner.
- „Alle“ darf keine Ordnerliste enthalten.
- Die Auswahl gilt für jeden weiteren Lauf, nicht nur für den nächsten.
Schritt 4: Ziel
| Feld | Bedeutung |
|---|---|
| Zielserver | zuvor angelegter Server (Host, Port, TLS) |
| Zieladresse | Postfach auf dem Zielserver, z. B. user@contoso.com |
| Zielpasswort | optional, wenn am Zielserver ein Standardpasswort hinterlegt ist |
Das Ziel wird immer mit implizitem TLS angesprochen; ein Ziel ohne TLS ist nicht vorgesehen.
Ist weder am Job noch am Zielserver ein Passwort hinterlegt, lehnt die Anwendung das Anlegen mit target_password_required ab. Ein am Zielserver hinterlegtes Standardpasswort wird verschlüsselt übernommen, nicht entschlüsselt weitergegeben.
Unzulässige Zielhosts werden abgewiesen: localhost, Loopback- und Link-Local-Adressen sind gesperrt, ebenso Angaben mit Schema, Port oder Pfad im Hostfeld.
Schritt 5: Name, Priorität, Zeitplan
| Feld | Bedeutung | Standard |
|---|---|---|
| Name | freier Anzeigename | Migration <Quelladresse> |
| Priorität | höherer Wert läuft früher; −100 bis 100 | 0 |
| Automatische Synchronisierung | deaktiviert, 5/15/30 Minuten, stündlich, täglich | deaktiviert |
Die maximale Wiederholungszahl (Standard 3) ist im Assistenten nicht sichtbar, lässt sich aber auf der Detailseite der Migration bearbeiten. Ohne automatische Synchronisierung läuft die Migration nur auf Anforderung; Details unter Scheduler.
Anlegen oder starten
- Nur anlegen: Die Migration wird gespeichert, es läuft nichts.
- Migration starten: Die Migration wird gespeichert und sofort in die Warteschlange eingereiht. Der Aufruf blockiert nicht; die Oberfläche wechselt auf die Detailseite.
Beim Einreihen prüft die Anwendung unter anderem: Migration aktiviert, Quelle und Ziel vollständig, Microsoft-Konto verbunden (kein reauth_required), imapsync nutzbar, Zielpasswort vorhanden. Ein Fehler verhindert das Einreihen und wird als Meldung angezeigt.
Was imapsync erhält
Für eine Microsoft-365-Quelle:
--host1 outlook.office365.com --port1 993 --ssl1
--user1 user@example.org
--oauthaccesstoken1 <temporäre Token-Datei>
--host2 mail.example.org --port2 993 --ssl2
--user2 user@contoso.com
--passfile2 <temporäre Passwort-Datei>
--noreleasecheck --nofoldersizes
[--folder <name> …]
Für eine IMAP-Quelle wird statt --oauthaccesstoken1 der Parameter --passfile1 mit der Passwortdatei verwendet. Der TLS-Modus der Quelle wird explizit gesetzt (--ssl1, --tls1 oder --nossl1).
Es werden keine Löschoptionen verwendet (--delete1, --delete2, --delete2folders). Quell- und Zielpostfach werden durch die Migration nicht bereinigt.
Bearbeiten und Löschen
- Name, Ziel, Zieladresse, Zielpasswort, Priorität, Zeitplan und Wiederholungszahl lassen sich nachträglich ändern.
- Ein neues Zielpasswort ersetzt das gespeicherte; ohne Passwortfeld bleibt es unverändert.
- Deaktivieren (
enabled = false) verhindert neue Läufe, löscht aber nichts. - Löschen entfernt die Migration samt Konfiguration und Laufhistorie
(Datenbank-Cascade). Protokolldateien unter
data/logs/können bestehen bleiben. Eine laufende Migration muss vorher abgebrochen werden.